Warum
die Zeit drängt - why we must not loose time
(for English translation
please scroll down)
Seit der Unterschrift
unter das Good Friday Agreement am Karfreitag 1998 und dem folgenden Referendum
im Mai 1998 ist über ein Jahr vergangen, ohne daß das Abkommen
in Kraft getreten wäre. Es war im Geiste des Kompromisses geschrieben:
keine Gewinner, keine Verlierer, keine anderen Vorbedingungen für
gemeinsames Handeln, als das, was ausgehandelt wurde. Gegenseitiges Vertrauen
und eine gemeinsame Verantwortung zur Lösung der Probleme. Eine gemeinsame
Regionalregierung, die demokratisch, durch Wählervotum vom Mai 1998
legitimiert, besetzt wird. Dies unterschrieben:
Seither blockiert die UUP
mit David Trimble den nächsten Schritt, die Einsetzung der Regionalregierung,
durch Einführung einer zusätzlichen Vorbedingung: ohne vorherige
Entwaffnung der IRA keine gemeinsame Regierung mit Sinn Fein (der
auf Grund der Wahlergebnisse zwei Ministerposten in der Regierung zustehen).
Am 15. Juli 1999 ließ die UUP das vorerst letzte Ultimatum der beiden
Regierungschefs Tony Blair und Berti Ahern verstreichen: obwohl designierter
Ministerpräsident der zu bildenden Regierung machte er die Wahl durch
Fernbleiben zur Farce.
Mittlerweile hätte
ein Jahr gemeinamer Bemühungen zeigen können, daß es gelingt,
über Gräben hinweg gemeinsame Wege zu finden. Wege auch im schwierigen
Bereich "Entmilitarisierung". Stattdessen schafft diese Verweigerung
eine gefährliche Lähmung, die jene nutzen, die Versöhnung
und Frieden nicht wollen: über 160 Bombenanschläge, 10 Tote fielen
den Anschlägen von militanten Loyalisten seit der Unterzeichnung des
Abkommens zum Opfer.
Selbst die konservative
Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) schreibt in einem Kommentar zum Scheitern
der Regierungsbildung in Belfast am 16.7.99:
-
"... Mehr als nur eine kleine
Minderheit der Unionisten hat und hatte nie die Absicht, politische Macht
mit den proirischen Katholiken zu teilen. Diesen Leuten kommt die Entwaffnungsfrage
gerade recht: als Vorwand, um das Friedensabkommen insgesamt zu sabotieren
und die politisch-kulturelle Segregation Nordirlands aufrecht zu erhalten.
Und Unionistenführer Trimble hat geradezu klaglich versagt, indem
er den Ausgleichsverweigerern in der eigenen Partei und im unionistischen
Lager nicht die Stirn geboten hat. Ihm fehlten der Mut und der Blick des
Staatsmanns, als es darum ging, mit dem Neubeginn ernst zu machen und der
anderen Seite einen Vertrauensvorschuß zu geben. Obgleich das damit
verbundene Risiko kalkulierbar war, wollte Trimble es nicht eingehen. ..."
Es ist an der Zeit, die Aufmerksamkeit
weg von Trimbles ewigen Wiederholungen und den Dingen zuzuwenden, die im
Abkommen genannt sind. Eine gemeinsame Regierung hätte der erste Schritt
sein können, vielleicht muß der Umbau in Nordirland auch an
anderer Stelle beginnen - das Good Friday Agreement listet viele Aufgaben.
Gerade die britische Regierung liegt in der Pflicht, sie nicht über
endlosen Entwaffnungsdiskussionen zu vergessen.
More than a year has
passed without implementation of the Good Friday Agreement. The Agreement
has been written within a sense of compromise: no winners, no loosers,
no other preconditions for working together as those adressed by
the Agreement. Trust and shared responsiblity to find solutions for
all the long standing problems. Sharing power within a government having
ministers of both communities, elected democratically. This was signed
by:
-
the British and Irish Governments
-
SDLP
-
Sinn Fein
-
UUP
-
some smaller parties
For a year now UUP with David
Trimble is stalling the next step, the setup of the government, by introducing
an additional precondition: without prior decommissoning of IRA no
government with ministers of Sinn Fein (which got two seats in government
by vote). On July 15th, 1999 UUP ignored the last deadline of Tony Blair
and Bertie Ahern: although designate Prime Minister of the new government
Trimble stood away from assembly and made the election of the government
a farce.
Meanwhile if the last
year had been a year of common activities it could have showed that
there is a way of working together. That an approach also to difficult
problems as "decommissoning" can be found. Instead the non implementation
of the Agreement slowes down developement, useful to those, who never wanted
the Good Friday Agreement work: 160 bomb attacks, 10 murdered by militant
loyalist groups since signation of the Agreement.
Even the conservative
Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) comments on UUP:
"... More than
a minority of unionists never wanted and still not want to join power with
proirish catholics. For these people the decommissoning issue is the discussion
they need to stall the peace agreement and keep political and cultural
segregation of Northern Ireland. And UUP leader Trimble failed completely
... he did not have the power and the political vision to give a little
piece of trust to the other side. Although the risk has been calculable
Trimble has been afraid of it...".
It is time, to turn attention
away from Trimbles repetitions and turn it towards more important things
adressed in the Agreement. Sharing a government could have been a first
step, but perhaps the changes must start somewhere else. The Good Friday
Agreement lists many duties to be done. Especially the British government
has the duty not to forget about the other topics while argueing
endlessly about Trimbles preconditions.