Petition (deutsche Übersetzung)

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Wir, die Unterzeichner, erklären: das Karfreitagsabkommen (Good Friday Agreement) hat einen ganz besonderen Stellenwert. Es ist ein historischer Kompromiss, der allen am irischen Friedensprozeß Beteiligten einen ehrenvollen Weg weg vom Konflikt hin zu einem dauerhaften und gerechten Frieden auf der  irischen Insel und zwischen Irland und England anbietet.
Das Karfreitagsabkommen enthält die Chance, daß an die Stelle von Ausgrenzung und Festhalten an alten Privilegien in Zukunft gleichwertige Partnerschaft und gemeinsames Handeln tritt.
Wir rufen an dieser Stelle die Worte des Joint Framework Document ins Gedächtnis, das den Willen der Irischen und der Britischen Regierungen festschreibt, Trennung und Konflikte der Vergangenheit zu überwinden:

"(das) wichtigste und drängendste Problem, dem die Bewohner Irlands, im Norden und Süden, sowie die britische und die irische Regierung gegenüberstehen: die Ursachen des Konflikts zu beseitigen, das Erbe der Geschichte zu überwinden und die daraus resultierenden Spaltungen zu heilen.
(Joint Framework Document (Paragraph 1)"

Die beiden Regierungen tragen eine besondere Verantwortung für die Umsetzung des Karfreitagsabkommens. Falls das Abkommen durch die Unbeweglichkeit einer oder mehrerer Parteien blockiert wird,  tragen sie die Verantwortung für die Umsetzung der beschlossenen Änderungen, insbesondere  für die Einrichtung von Nord/Süd-Körperschaften, für den Aufbau einer repräsentativen und akzeptierbaren Polizei und Justiz, für die gleiche Behandlung aller.
Wir rufen alle Parteien des Karfreitagsabkommens dazu auf zusammenzuarbeiten, um das Abkommen umzusetzen, das die Zustimmung der überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung Irlands, im Norden wie im Süden erhalten hat.
Demokratie muß erhalten und geschützt werden. Dies ist die wichtigste Voraussetzung dafür, Irland zu einer Gesellschaft zu formen, in der alle gleichermaßen Achtung, Gerechtigkeit und Gleichheit genießen. Der einzige Weg, dies zu erreichen, ist ein Festhalten an den Grundsätzen des Karfreitagsabkommens. Dieses Abkommen ist die einzige gemeinsame Basis aller unterzeichnenden Parteien.  Bedingungen für die Bildung der neuen Regierung sind im Karfreitagsabkommen festgelegt. Keiner Partei oder Person dürfen zusätzliche Verpflichtungen auferlegt werden, um die ihr zustehenden Sitze in der neuen Regierung einzunehmen. Insbesondere sind nicht im Karfreitagsabkommen festgelegte zusätzliche Vorbedingungen für die Teilnahme an der Regierung unzulässig,  da eine demokratische Regierung mit ausschließlich demokratischen Mitteln (gemäß dem Votum der Wähler und Wählerinnen) gebildet und geführt werden muß.
Demokratie kann nur entstehen, wenn das Wahlergebnis respektiert wird. Demokratie kann nicht auf undemokratische Methoden gestützt sein. Sie kann auch nicht auf die Aktionen oder auf das Fehlen von Aktionen bewaffneter Gruppen gestützt sein, die nicht an den Verhandlungen beteiligt sind.

Wird die Umsetzung des Abkommens durch eine Person oder Partei blockiert, muß die Verantwortung für die Umsetzung an die irische und britische Regierung gehen, so wie es im Abkommen vorgesehen ist. Wir fordern daher die beiden Regierungen auf, das Karfreitagsabkommen umzusetzen und ein Programm für Änderungen im oben beschriebenen Sinne vorzulegen.