Der Bombenanschlag der Real IRA tötete 29 Menschen und verwundete über 300 weitere. Die Bombe explodierte
mitten in der kleinen nordirischen Stadt Omagh im August 1998, nur wenige Monate nach der Unterzeichnung
des Karfreitagsabkommens, für den Friedensprozess in Nordirland ein wichtiger Schritt. Verantwortlich für
die Bombe war die Real IRA, eine irisch-republikanische Splittergruppe, die den Friedensprozess ablehnt.
Die Real IRA hatte eine Warnung abgegeben, die Polizei evakuierte in die falsche Richtung und lenkte zusätzlich
Zivilisten in Richtung des Anschlagsortes. In kleinen Stücken kommt nun ans Tageslicht, das Sonderpolizei "Special
Branch" und britische Geheimdienste Warnungen ignorierten und der Geheimdienst am Tag des Anschlags die Bewegungen
der Bombenleger per Handy verfolgte. Details finden Sie in den folgenden Berichten:
>>>> 14.09.2008: Bombenanschlag in Omagh 1998: Anschlag trotz Handy-überwachung nicht verhindert(e)
Polizeichef muss gehen - Ronny Flanaghan und Polizeisondereinheit Special Branch schwer belastet
Nuala O'Loan ist als Ombudsman Leiterin einer Behörde, die zuständig für Beschwerden
gegen die Polizei ist. Die Stelle des Ombudsman wurde im Karfreitagsabkommen festgelegt.
Im Herbst 2001 legte sie ihren Bericht über die Aktionen der Polizei im Zusammenhang
mit dem Bombenattentat einer republikanischen Splittergruppe, der "Real IRA"
in Omagh vor und belastete insbesondere den obersten Polizeichef Ronny Flanaghan und die
Sondereinheit Special Branch schwer. Die Special Branch war mehrfach im Vorfeld des
Bombenattentats von ihren Agenten unterrichtet worden und hatte diese Warnungen ins Leere
laufen lassen. Nach dem Attentat verschwanden auf wundersame Art Zeugenaussagen,
ermittelnde Polizisten wurden von der Special Branch aktiv behindert.
Erschreckend war die Reaktion unionistischer Politiker und des britischen Nordirlandministeriums
(NIO - Northern Ireland Office), die versuchten Frau O'Loan zu diskreditieren und sich
bedingungslos hinter den Polizeichef Ronny Flanaghan stellten.
Ab April 2002 wird der Polizeichef, der trotz vollmundiger Versprechen keinen der Vorwürfe
des Berichts wiederlegen konnte, sein Amt nicht mehr ausüben.
>>>> 19.01.2002 The Guardian: "Police fabricated 375 files of Omagh investigation"(e)
>>>> 06.01.2002 Ehemaliger RUC-Polizist :
"Die Special Branch hat Untersuchungen diskreditiert" (e)
>>>> 13.12.2001 Andersontown News: "WE SAY: A vital choice to make" (e)
>>>> 12.12.2001 eine Analyse von Jim Gibney (Sinn Fein): "überraschung? Welche überraschung?"
>>>> 12.12.2001 Amnesty International fordert unabhängige Untersuchung (e)
>>>> 12.12.2001 Bericht der Ombudsfrau zu Omagh: Opfer schockiert und Polizeichef aufgebracht (e)
>>>> 10.12.2001 Nordirlands Polizeichef in Nöten