| Im Zuge des am 9. August 1971 eingeführten "internment without trial" wurden zahlreiche Männer, Jugendliche, zum Teil auch Frauen und Mädchen, oft direkt aus dem Bett heraus festgenommen und für Wochen, Monate, manchmal Jahre ohne gerichtliches Verfahren inhaftiert. In vielen Fällen ging diese Gefangenschaft einher mit brutaler Behandlung, Internierte hatten später oft mit physischen und psychischen Langzeitschäden zu kämpfen. Aufgrund der von den britischen Sicherheitskräften angewandten Verhörmethoden, welche sich nahezu ausschließlich gegen den irisch-republikanischen Teil der Bevölkerung richteten, wurde das Vereinigte Königreich später von internationalen Gerichten wegen "erniedrigender und unmenschlicher Behandlung" verurteilt. Die irisch-katholische Bevölkerung reagierte auf die Einführung von Internierungen zunehmend mit Widerstand, befand sich dabei aber zum Teil in schwierigsten Situationen. In Stadtteilen wie Ballymurphy hatten die Bewohner nicht nur die britische Armee gegen sich, sondern wurden außerdem auch unmittelbar von loyalistischen Paramilitärs bedroht, die gerade in Randbezirken wie Springfield Park an der Grenze zum benachbarten protestantisch-loyalistischen Shankill versuchten, die Häuser der Bewohner niederzubrennen. Befestigte "peace lines" in ihrer heute bekannten Form, die den Bewohnern in den "interface"-Gebieten (wo katholische und protestantische Stadtteile direkt aneinandergrenzen) einen zumindestens eingeschränkten Schutz vor Übergriffen aus dem jeweiligen Nachbarstadtteil boten, existierten 1971 noch nicht. |
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![]() Frank Quinn, Joan Connolly und John Laverty, drei von elf Zivilisten, die in Ballymurphy von britischen Soldaten erschossen wurden. |
Mehrere Menschen wurden von Kugeln getroffen, so unter anderem Bobby Clarke, der gerade damit beschäftigt war, einige Kinder in Sicherheit zu bringen. Nachdem Bobby Clarke angeschossen zu Boden gegangen war, näherte sich Father Hugh Mullan dem verletzt am Boden liegenden Mann, um diesem zu helfen. Bei diesem Rettungsversuch wurde er durch Kugeln in Brust und Rücken tödlich getroffen. Der daraufhin zu Hilfe eilende Frank Quinn wurde ebenfalls erschossen, als er die beiden Männer erreichte. Das britische Verteidigungsministerium und das Northern Ireland Office teilten in ihren ersten Stellungnahmen mit, zwei bewaffnete Kämpfer seien getötet worden. Zur selben Zeit hatten sich in der Umgebung der nahegelegenen Henry Taggert Kaserne an der Springfield Road einige Bewohner versammelt, die durch Gerüchte über Schiessereien und Übergriffe von Loyalisten beunruhigt waren. Ohne Vorwarnung wurde plötzlich aus der Kaserne automatisches Gewehrfeuer eröffnet. |